Ballett zu Cythère assiégée

GluckWV 2.25

Allgemeines

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Ballett

Werkbezeichnung: Ballett

Uraufführungsort: vor dem 24. Juni 1759, Wien, Burgtheater

Authentizität: zugeschrieben (Musik verschollen)

Personen

Genese

Entstehung:

Da die genauen Daten der ersten Aufführung der Opéra-comique Cythère assiégée in Wien im Jahr 1759 nicht bekannt sind (vgl. den zugehörigen Eintrag), kann auch über die erste Präsentation des Finalballetts keine Aussage gemacht werden. Vermutlich fand die Premiere in der ersten Hälfte des Jahres statt und zwar bereits vor dem 24. Juni 1759, dem Tag der Aufführung der Oper Cythère assiégée im Schwetzinger Schlosstheater anlässlich der Hochzeit von Franz Karl Joseph Anton Freiherrn von Hompesch mit Antonia von Hacke. Zudem wird Cythère assiégée in einem Artikel im Journal encyclopédique,1 der die Vorstellungen der Wiener Theater bespricht, erwähnt; die Aufführung der Opéra-comique L'Arbre enchanté, die am 3. Oktober 1759 stattfand, wird jedoch nicht besprochen, was auch dafür spricht, dass Cythère assiégée schon zuvor auf dem Spielplan stand und ebenso wie das Ballett spätestens im Sommer des Jahres aufgeführt wurde. Wie dem Libretto zu entnehmen ist, schloss es direkt an die Handlung der Opéra-comique an und präsentierte Tänze der Skythen, der Nymphen und der Einwohner von Cythère. Anzunehmen ist, dass Gluck das Schlussballett seiner Opéra-comique, das auch inhaltlich daran anknüpft, selbst komponierte, noch dazu da er in der Saison 1759/60 als "Compositore von der Music zu denen Balletten" an beiden Wiener Theatern angestellt war.

Werkgeschichte:

Am 20. Januar 1762 wurde die Opéra-comique wiederaufgenommen und von Philipp Gumpenhuber in seinem Repertoireverzeichnis des Burgtheaters2 inklusive der beteiligten Tänzer beschrieben: Die drei Divertissements zur Opéra-comique bestanden aus einem "Ballet des Plaisirs", in dem neben den Gruppentänzen Theresa Wismar als Solistin sowie Maria Ester Boccherini und Vincenzo Turchi in einem Pas de deux auftraten. Es folgte ein "Ballet des Scittes" des Ensembles und ein gemeinsames "Ballet des Plaisirs, et des Scittes", in dem u.a. ein Pas de quatre von Gasparo Angiolini, Louise Joffroy-Bodin, Maria Ester Boccherini und Theresa Wismar gezeigt wurde. Aus der ähnlichen Bezeichnung bei Gumpenhuber und dem Libretto zur ersten Wiener Aufführung ist zu schließen, dass bei der Wiederaufnahme zumindest teilweise auf die bestehende Ballettmusik zurückgegriffen wurde. Die Aufführung inspirierte Angiolini zu einem eigenen "Ballet pantomime" Cythère assiégée bzw. Citera assediata (vgl. den zugehörigen Eintrag), das noch im gleichen Jahr, am 15. September, im Burgtheater gemeinsam mit Voltaires Mérope und der Komödie La Nouveauté von Marc Antoine Le Grand aufgeführt wurde. Angiolini stellte diesem ein ausführliches Programm voran, in dem er einige generelle Überlegungen zur Ballettmusik anstellte und die Genese der Musik seiner Version von Cythère assiégée beschrieb, für die er ausschließlich auf Glucks Opéra-comique zurückgriff.

Zeitgenössische Berichte:

1Lettre de Vienne. Ecrite aux Auteurs de ce Journal, sur l'état des Sciences & des Spectacles, in: Journal encyclopédique. Par une societé de gens de lettres. Pour le 15. Decembre 1759, Tome VIII, Troisieme Partie, Liège 1759, S. 127–138: 131.

2Philipp Gumpenhuber, Répertoire de tous les Spectacles qui ont été donnés au Théâtre près de la Cour, Eintrag vom 20. Januar 1762 (A-Wn, Mus. Hs. 34580b).

Uraufführungsort:

Werkteile

Übernahmen

keine

Quellen

keine

Literatur

Brown, Bruce Alan: Gluck and the French Theatre in Vienna, Oxford 1991. ISBN/ISSN: 0193164159

Erstellt von: Vera Grund
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: http://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/2-25-00-0 (11.12.2018)

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