La Foire de Lyon

GluckWV 2.6

Allgemeines

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Ballett

Werkbezeichnung: Ballet

Uraufführungsort: 19. Mai 1759, Schloss Laxenburg

Authentizität: zugeschrieben (Musik verschollen)

Personen

Genese

Entstehung:

Fürst Johann Joseph Khevenhüller-Metsch führt in seinem Tagebuch1 am 19. Mai 1759 eine Vorstellung der Komödie L'Apparence trompeuse (von Michel Guyot de Merville, 1744) in Laxenburg an, die mit einem neuen Ballet La Foire de Lyon gezeigt wurde. Der Jahrmarkt als Handlungsort erfreute sich im Musiktheater des 18. Jahrhunderts großer Beliebtheit. So wurde bereits im Jahr 1715 Simon-Joseph Pellegrins Vaudeville-Komödie Les Aventures de la foire gezeigt, bezeichnenderweise auf der Bühne der Foire St. Germain. Louis Fuzeliers Opéra-comique L'Assemblé des comédiens de la foire kam 1724 auf der Foire St. Laurent zur Aufführung, wo 1742 auch La Foire de Cythére von Christophe-Barthélémy Fagan de Lugny und Charles-François Pannard gezeigt wurde. Auch das Ballett La Foire de Bezons, an dem Charles Simon Favart beteiligt war, welcher mit dem Wiener Theaterdirektor Giacomo Durazzo in Kontakt stand, wurde hier aufgeführt. Möglicherweise diente dieses Ballett, bei dem es sich um eine Parodie auf Jean Philippe Rameaus Les Indes galantes (1735) handelt, als Vorlage. Als Choreograph von La Foire de Lyon kann Gasparo Angiolini angenommen werden, der zu diesem Zeitpunkt den Posten als Ballettmeister des Burgtheaters bekleidete. Die Zuschreibung der Ballettmusik an Gluck erfolgte aufgrund seiner Anstellung als "Compositore von der Music zu denen Balletten" an beiden Wiener Theatern in der Saison 1759/60.

Laut Hofzahlamtsbüchern2 waren zu Beginn der Saison 1759/60 am Burgtheater folgende Tänzerinnen und Tänzer beschäftigt:
[Louise] Joffroy[-Bodin] und [Pierre] Bodin
[Teresa] Fogliazzi und [Gasparo] Angiolini
[Jean] Dupré
[Vincenzo und Francesco] Turchi
Maria Ester Boccherini
[François] La Comme
[Annibale] Barsi

2Hofkammerarchiv, Hofzahlamtsbücher (Theatral-Cassa), Wien, Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/FHKA SUS HKZAB.

Werkgeschichte:

Informationen über Nachfolgeaufführungen sind keine bekannt, da die Aufzeichnungen Philipp Gumpenhubers für das Burgtheater der Saison 1759/60 fehlen.

Zeitgenössische Berichte:

1Aus der Zeit Maria Theresias. Tagebuch des Fürsten Johann Josef Khevenhüller-Metsch Kaiserlichen Obersthofmeisters 1742–1776, hrsg. von Rudolf Graf Khevenhüller-Metsch und Hanns Schlitter, Bd. 5: 1758–1759, Wien–Leipzig 1911, S. 102.

Uraufführungsort:

Werkteile

Übernahmen

keine

Quellen

keine

Literatur

Brown, Bruce Alan: Gluck als Hauskomponist für das französische Theater in Wien, in: Gluck in Wien. Kongreßbericht Wien 1987 (= Gluck-Studien 1), hrsg. von Gerhard Croll und Monika Woitas, Kassel usw. 1989, S. 89–99. ISBN/ISSN: 3761809298, 9783761809297

Brown, Bruce Alan: Gluck and the French Theatre in Vienna, Oxford 1991. ISBN/ISSN: 0193164159

Dahms, Sibylle: Das Repertoire des Ballet en action. Noverre - Angiolini - Lauchery, in: De editione musices, Festschrift Gerhard Croll zum 65. Geburtstag, hrsg. von Wolfgang Gratzer und Andrea Lindmayr Normal, Laaber 1992, S. 125–142.

Haas, Robert: Die Wiener Ballett-Pantomime im 18. Jahrhundert und Glucks Don Juan, in: Studien zur Musikwissenschaft. Beihefte der Denkmäler der Tonkunst in Österreich 10, Wien 1923, S. 6–36.

Erstellt von: Vera Grund
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: http://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/2-06-00-0 (11.12.2018)

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