Le Rendez-vous

GluckWV 2.44

Allgemeines

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Ballett

Werkbezeichnung: Ballet

Uraufführungsort: 1760, Wien, Burgtheater

Authentizität: zugeschrieben (Musik verschollen)

Personen

Genese

Entstehung:

Im Inventar der Esterházy-Hofmusikkapelle in Eisenstadt, das die ehemaligen, inzwischen verschollenen Bestände des Musikarchivs aufführt, ist ein auf 1760 datiertes Ballett der französischen Truppe im Burgtheater mit dem Titel Le Rendez-vous verzeichnet. Da ein Repertoire des Burgtheaters für 1759 fehlt, ist über die Entstehung oder Wiederholungen des Balletts nichts bekannt. Anzunehmen ist, dass Gluck als "Compositore von der Music zu denen Balletten" an beiden Wiener Theatern in der Saison 1759/60 für die Musik verantwortlich war, sowie dass Gasparo Angiolini als Ballettmeister des Burgtheaters die Choreographie schuf.

Laut Hofzahlamtsbüchern1 waren zu Beginn der Saison 1760/61 am Burgtheater folgende Tänzerinnen und Tänzer engagiert:
[Louise] Joffroy[-Bodin] und [Pierre] Bodin
Marianne Le Clerc
[Maria Ester] Boccherini
[Gasparo] Angiolini
[Jean] Dupré
[Vincenzo] Turchi
[Francesco] Turchi
[Louis] Frossard
[Pierre] Grangé [Granget] [neu seit dieser Saison]
[Carolina] Grandchamp [geb. Gardiner] [neu seit dieser Saison]
[Adriana] Giropoldi
[Jacques] Heloin
[Annibale] Barsi
[Jean Baptiste] Grandchamp
Johann Hopp
[Antoine] Gobert
[Antoine] Durval

Das Rendezvous wurde häufig als Thema für das Tanztheater gewählt. Bereits im Jahr 1684 wurde am Württembergischen Hof das Sing-Ballett Le Rendez-vous des plaisirs zur Musik von Theodor Schwartzkopff gegeben. Ein direkter Einfluss ist von Barthélemy-Christophe Fagans Komödie Le Rendez-vous, ou l'Amour supposé (1733) anzunehmen, die auf dem Stoff L’Amour vengé von Joseph de la Font (1722) basierte und erneut im Jahr 1759 in Paris auf die Bühne kam. Die Handlung zeigt eine typische Liebeskomödie um den Diener Crispin auf Freiersfüßen. Das Ballet pantomime Les Rendez-vous nocturnes nach dem Szenar von Antoine-François Riccoboni zur Musik von Adolphe Benoît Blaise für deren Choreographie vermutlich Jean-Baptiste Dehesse zuständig war, wurde im Jahr 1740 im Théâtre Italien gezeigt.2 Zum Inhalt hatte die Harlekin-Komödie ein als Intrige fingiertes Rendezvous. Das erfolgreiche Stück resultierte in einem Nachfolgewerk: Mit Das nächtliche Rendez-vous hatte die Balletttruppe Franz Koglers, die erste eigenständige Tanzwandertruppe, große Erfolge.3 Vermutlich handelte es sich auch bei der Wiener Version um ein komisches pantomimisches Ballett, in dem ein Rendezvous als Folie für Intrigen und Verwechslungen diente.

1Hofkammerarchiv, Hofzahlamtsbücher (Theatral-Cassa), Wien, Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/FHKA SUS HKZAB.
2Vgl. Robert Ignatius Letellier, Opéra-Comique: A Sourcebook, Newcastel 2010, S. 165.
3Vgl. Marian Hannah Winter, The Pre-romantic Ballet, London usw. 1974, S. 203.

Uraufführungsort:

Werkteile

Übernahmen

keine

Quellen

keine

Literatur

Brown, Bruce Alan: Gluck and the French Theatre in Vienna, Oxford 1991. ISBN/ISSN: 0193164159

Brown, Bruce Alan und Rushton, Julian: Gluck, Christoph Willibald, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Second Edition, Vol. 10 Glinka to Harp, hrsg. von Stanley Sadie und John Tyrrell, Oxford 2001, S. 24–58.

Hárich, János: Inventare der Esterházy-Hofmusikkapelle in Eisenstadt, in: Das Haydn-Jahrbuch 9, Wien 1975, S. 5–11 und 67–125.

Erstellt von: Vera Grund
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: http://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/2-44-00-0 (22.11.2019)

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