Les Jardiniers zu L'Arbre enchanté

GluckWV 2.58

Allgemeines

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Ballett

Werkbezeichnung: Grand ballet

Uraufführungsort: 23. Juli 1761, Wien, Burgtheater

Informationen zur Uraufführung:

Ausführenden: Solisten - Vincenzo Turchi und Theresa Wismar, Luigi Frosard und Maria Ester Boccherini, Gasparo Angiolini und Louise Joffroy-Bodin, Concert - Antoine Gobert und Maria Anna Héloin, Jacques Héloin und Adriana Giropoldi, Antoine Durval und Thérèse (?) Decamp, Johann Hopp und Rosalie Grangé; Choreograph - Gasparo Angiolini

Authentizität: zugeschrieben (Musik verschollen)

Genese

Entstehung:

Philipp Gumpenhuber gibt in seinem Repertoireverzeichnis des Burgtheaters für das Jahr 1761 die Aufführung eines Balletts mit dem Titel Les Jardiniers an, das gemeinsam mit Glucks L'Arbre enchanté am 22. Juli 1761 gezeigt wurde. Im kalendarischen Teil ist jedoch erst ein "nouveau grand ballet" bei der Aufführung am 23. Juli verzeichnet, woraus zu schließen ist, dass die ersten Vorstellungen der Wiederaufnahme der Opéra-comique mit einer früheren Choreographie beschlossen wurden. Gumpenhubers weist darauf hin, dass der Pas de deux von Louise Joffroy-Bodin und Gasparo Angiolini aus Les Amusements champêtre übernommen wurde. Während Gumpenhuber Angiolini eindeutig als Choreograph des Balletts ausweist, kann Gluck aufgrund seiner Anstellung als "Compositore von der Music zu denen Balletten" am Wiener Burgtheater in der Saison 1761/62 als Verantwortlicher für die Musik gelten. Gluck hatte wahrscheinlich bereits ein anderes Ballett Le Jardinier komponiert, das am 24. Mai 1759 in Laxenburg gezeigt worden war.

Werkgeschichte:

Im weiteren Verlauf spricht Gumpenhuber von vier Wiederholungen des Balletts, immer in Zusammenhang mit Aufführungen von L'Arbre enchanté (25. Juli, 11. August, 21. September und 26. September 1761). Offenbar war Les Jardiniers speziell auf die Opéra-comique zugeschnitten, somit vermutlich zumindest lose mit der Handlung verbunden. Die weiteren Aufführungen von L'Arbre enchanté im Folgejahr wurden mit anderen Balletten beschlossen. Laut Gumpenhubers Chronik von 1761 stand in diesem Jahr ein weiteres Ballett Les Jardiniers auf dem Spielplan, das offenbar Erfolg beim Publikum hatte, da es 14 Mal wiederholt wurde. Da Gumpenhuber es nicht als eine Neukomposition ausweist, handelte es sich vermutlich um eine Wiederaufnahme eines der anderen im Jahr 1759 aufgeführten Gärtnerballette (vgl. Le Jardinier und Les Jardiniers).

Zeitgenössische Berichte:

1Philipp Gumpenhuber, Répertoire de tous les Spectacles qui ont été donnés au Théâtre près de la Cour, Einträge vom 23., 25. Juli, 11. August, 21. und 26. September 1761 (A-Wn, Mus. Hs. 34580a).

Graf Karl von Zinzendorf, Journal du Comte de Zinzendorf et Pottendorf, Eintrag vom 23. Juli 1761 (A-Whh, AT-OeStA/HHStA KA Nachlass Zinzendorf Tagebücher 6).

Uraufführungsort:

Werkteile

Übernahmen

keine

Quellen

keine

Literatur

Brown, Bruce Alan: Gluck als Hauskomponist für das französische Theater in Wien, in: Gluck in Wien. Kongreßbericht Wien 1987 (= Gluck-Studien 1), hrsg. von Gerhard Croll und Monika Woitas, Kassel usw. 1989, S. 89–99. ISBN/ISSN: 3761809298, 9783761809297

Brown, Bruce Alan: Gluck and the French Theatre in Vienna, Oxford 1991. ISBN/ISSN: 0193164159

Brown, Bruce Alan und Rushton, Julian: Gluck, Christoph Willibald, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Second Edition, Vol. 10 Glinka to Harp, hrsg. von Stanley Sadie und John Tyrrell, Oxford 2001, S. 24–58.

Hárich, János: Inventare der Esterházy-Hofmusikkapelle in Eisenstadt, in: Das Haydn-Jahrbuch 9, Wien 1975, S. 5–11 und 67–125.

Raab, Riki: Biographischer Index des Wiener Opernballetts, Wien 1994. ISBN/ISSN: 9783851192551

Erstellt von: Vera Grund
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: http://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/2-58-00-0 (22.11.2019)

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