Ballette zu Le Diable à quatre (Ballets des Domestiques / Ballet des cuisiniers)

GluckWV 2.50

Allgemeines

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Ballett

Werkbezeichnung: Divertissement et Grand Ballett

Uraufführungsort: 11. April 1761, Wien, Burgtheater

Informationen zur Uraufführung:

Ausführende: Pas de quatre - Gasparo Angiolini, Louis Frossard, Vincenzo Turchi, Louise Joffroy-Bodin, Concert - Carolina Grandchamp – Antoine Gobert, Eva Rot(tin) – Pierre Bodin, Susanne Mitt(in) – Antoine Durval, Maria Anna Héloin – Giovanni Malagré, Thérèse De Camp – Johann Hopp, Rosalie (oder Marie) Grangé – Philipp Gumpenhuber; Choreograph - Gasparo Angiolini

Authentizität: zugeschrieben (Musik verschollen)

Personen

Genese

Entstehung:

Als Glucks Opéra-comique Le Diable à quatre, die bereits im Jahr 1759 mit dem Ballett des Hausgesindes (vgl. den zugehörigen Eintrag) in Laxenburg gezeigt worden war, am 11., 12. und 25. April 1761 im Burgtheater wiederaufgenommen wurde, beendeten zwei neue Ballette die Aufführung: Philipp Gumpenhuber spricht in seinen Aufzeichnungen1 von "Ballets consistent des Domestiques du Marquis" und deutet damit einen Zusammenhang zur Handlung der Opéra-comique an. Dass das Sujet des Balletts aus dem Bediensteten-Metier gewählt wurde, bestätigt auch die Aussage von Karl Graf von Zinzendorf,2 der von einem "mauvais ballet des cuisiniers" spricht. Während bei Gumpenhuber zunächst von einem "Divertissement et Grand Ballet" die Rede ist, nennt er am 9. Januar 1762 eine Aufführung von Le Diable à quatre "ornée de son Spectacle, et de son Divertissement". Außerdem fand ein ungewöhnlicher Besetzungswechsel statt, indem bei der Vorstellung am 18. Januar die Tänzer des Kärntnertortheaters in dem Ballett auftraten, wie Gumpenhuber vermerkt. Als im Mai 1762 erneut Le Diable à quatre in Laxenburg zu sehen war, handelte es sich um eine Neuproduktion mit anderen Balletten.

Dank Gumpenhubers Aufzeichnungen kann Gasparo Angiolini zweifelsfrei als Choreograph der Aufführung identifiziert werden, wohingegen die Musik den Werken Glucks aufgrund seiner Anstellung als "Compositore von der Music zu denen Balletten" am Wiener Burgtheater in der Saison 1761/62 zugerechnet werden kann. Die Ballettmusik zur Opéra-comique erhielt sich nicht; zwar beinhaltet die Stimmabschrift der Opéra-comique zu Le Diable à quatre im Schlossarchiv von Český Krumlov (CZ-K, K 15, 24½ 9b) eine Entr'acte-Musik, die vermutlich jedoch nur zur Überbrückung des Szenenwechsels diente, da sie mit ihren drei Sätzen für ein Zwischenaktballett zu kurz ist. Beim Eintrag zur ersten Aufführung listet Gumpenhuber als Solisten Gasparo Angiolini, Vincenzo Turchi, Louis Frossard sowie Louise Joffroy-Bodin als Primaballerina auf, nennt aber auch die Tänzerinnen und Tänzer der Gruppentänze namentlich. Die gleiche Anzahl weiblicher und männlicher Interpreten deutet auf ihre paarweise Verwendung hin.

(Vgl. hierzu das Vorwort von Bruce Alan Brown zu GGA IV/3 Le Diable à quatre, Kassel usw. 1992, S. VII–XX, S. XIII–XV.)

Zeitgenössische Berichte:

1Philipp Gumpenhuber, Répertoire de tous les Spectacles qui ont été donnés au Théâtre près de la Cour, Einträge 11., 12., 25. April 1761, 9. und 18. Januar 1762 (A-Wn, Mus. Hs. 34580a, b).

2Graf Karl von Zinzendorf, Journal du Comte de Zinzendorf et Pottendorf, Einträge vom 11. und 25. April 1761 (A-Whh, AT-OeStA/HHStA KA Nachlass Zinzendorf Tagebücher 6).

Uraufführungsort:

Werkteile

Übernahmen

keine

Quellen

keine

Literatur

Brown, Bruce Alan: Gluck als Hauskomponist für das französische Theater in Wien, in: Gluck in Wien. Kongreßbericht Wien 1987 (= Gluck-Studien 1), hrsg. von Gerhard Croll und Monika Woitas, Kassel usw. 1989, S. 89–99. ISBN/ISSN: 3761809298, 9783761809297

Brown, Bruce Alan: Gluck and the French Theatre in Vienna, Oxford 1991. ISBN/ISSN: 0193164159

Brown, Bruce Alan und Rushton, Julian: Gluck, Christoph Willibald, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Second Edition, Vol. 10 Glinka to Harp, hrsg. von Stanley Sadie und John Tyrrell, Oxford 2001, S. 24–58.

Raab, Riki: Biographischer Index des Wiener Opernballetts, Wien 1994. ISBN/ISSN: 9783851192551

Erstellt von: Vera Grund
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: http://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/2-50-00-0 (19.08.2019)

Zurück zur Liste