II. Mainzer Summer School zur Musikwissenschaft „Musikphilologie zwischen Edition und Digitalität“

Fotos: Stefanie Acquavella-Rauch

Zum inzwischen zweiten Mal fand vom 12. bis zum 17. September 2016 die Mainzer Summer School zur Musikwissenschaft als Kooperation der beiden Mainzer Wissenschaftsinstitutionen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie der Johannes Gutenberg-Universität (Abteilung Musikwissenschaft) statt. Unter der Leitung von Frau Juniorprofessorin Dr. habil. Stefanie Acquavella-Rauch widmeten sich 18 angehende Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler aus insgesamt sieben europäischen Ländern verschiedenen Fragestellungen aus dem weiten Feld der Musikphilologie, der Wissenschaft von der Auseinandersetzung mit bzw. der Pflege von musikalischem Text.

In enger Zusammenarbeit mit der von der Akademie geförderten Christoph Willibald Gluck-Gesamtausgabe waren die ersten beiden Tage der insgesamt äußerst intensiven Woche schwerpunktmäßig eher praktisch orientiert. Sie dienten u. a. der Erarbeitung von Grundlagen der Musikedition und den damit verbundenen Formen von Digitalität. In diesem Kontext berichtete Yuliya Shein am Beispiel der entstehenden Edition von Gluck’schen Sinfonien aus dem Alltag einer Editorin. Ein besonderes Highlight stellte zudem die Beschäftigung mit den Quellen zu Christoph Willibald Glucks Atto d'Orfeo dar, dem der Besuch einer Probe sowie der Mainzer Erstaufführung des Stückes am 15. September in der Hochschule für Musik folgten.

Während der zweiten großen Phase der Summer School erhielten die Studierenden dann die Gelegenheit, an dem parallel ebenfalls in Mainz stattfindenden XVI. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für Musikforschung teilzunehmen. In flankierenden gemeinsamen Veranstaltungen wurde das Erlebte im gemeinsamen Austausch vor- und nachbereitet. Dies bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance, aktiv und reflektierend die aktuellen musikwissenschaftlichen Diskussionen zur Thematik zu verfolgen. Sie konnten dadurch in einem für die Disziplin wichtigen Zeitfenster die neuesten Entwicklungen in der Musikeditorik und in einer neu entstehenden digitalen Geisteswissenschaft direkt beobachten, einordnen und nachvollziehen.

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