O notte mia diletta

Allgemeines

GGA-Band: VI/1

Wotquenne-Nummer: deest

Werktyp: Arie

Uraufführungsort: , unbekannt

Besetzung: Soprano; Archi; Cembalo

Authentizität: zweifelhaft

Personen

Genese

Entstehung:

Die Canzonetta amorosa alla Notte col la Musica per la Viola d'Amore del Cavalier Gluck l'Orfeo del Dannubio ("O notte mia diletta") findet sich in der Ausgabe Epîtres et chansonnettes amoureuses d'un Oriental,1 die 1779 vermutlich in Zweibrücken publiziert wurde und dem preußischen Thronfolger Friedrich Wilhelm und der polnischen Aristokratin Fürstin Genowefa Brzostowska (geb. Ogińska) gewidmet ist. Insgesamt sind es 13 publizierte Gedichten, welche die angeblich mit zu Musik von Gluck zu singen wären. Ob alle Texte tatsächlich vertont wurden oder ob sie möglicherweise zum Singen auf bekannte Melodien aus Glucks Opern gedacht waren, ist unklar.
Der Autor der gesammelten Texte war Stjepan Zannowich, ein begabter Hochstapler und Spieler, der unter verschiedenen falschen Namen in ganz Europa wirkte, wobei er vor allem zahlreiche Adelige finanziell ausbeutete. Eine seiner erfundenen Identitäten war Prinz Castriota oder Castriotto, ein fiktiver Nachkomme des legendären albanischen Fürsten Skanderbeg: Unter diesem Pseudonym publizierte der literarisch begabte Zannowich Prosa, Gedichte sowie einzelne Briefe. Angeblich korrespondierte er mit den Kulturgrößen seiner Zeit, darunter auch mit Gluck. Ob Zannowich und Gluck tatsächlich in einer brieflichen Verbindung zueinander standen oder sich jemals begegneten, ist fraglich, da die entsprechende Gegenkorrespondenz fehlt und vor allem weil die Biographie Zannowichs und sein überliefertes Œuvre voller fiktiver Ereignisse sind. Eine mögliche persönliche Begegnung zwischen Gluck und Zannowich hätte im Frühjahr oder Sommer 1778 stattfinden können, als beide sich zur gleichen Zeit in Wien aufhielten. Ein Bindeglied zwischen ihnen könnte auch der Maler Johann Christian Mannlich gewesen sein, der beide in den 1770er-Jahren aus Paris bzw. Zweibrücken kannte, allerdings lassen sich diese Theorien nicht belegen. Aufgrund des problematischen Entstehungskontexts des Œuvres von Zannowich muss auch die Authentizität der Musik zur Canzonetta zweifelhaft bleiben.
(Vgl. das Vorwort von Yuliya Shein zu Geistliche und weltliche Vokalmusik, GGA VI/1, Kassel usw. 2022.)

1Epîtres et chansonnettes amoureuses d'un Oriental, dans la Pyramide de Tholomée d'Egypte 1799, S. 7–8.

Uraufführungsort:

Werkteile

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Canzonetta "O notte mia diletta"

Tempo di Siciliana; V.I/II, Va., Vc., B.; Cembalo

incipit G bBE 6/8 8F/qE4D8B{8.''D6C8'B}/4B8A4A8''C/

incipit G bBE 6/8 8''D/qC4'B8B4B8bA/4bA8GG6-BnAG/4F8B4''C{6DE}/4D8-

O notte mia diletta, tu del silenzio amica

Übernahmen

keine

Quellen

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Musik

Handschriften

Abschrift

Das ganze Werk

Signatur: S-Skma, SO-R

Fundort: S-Skma

Datierung: 18. Jh.

Qualität: Originalgestalt

Überlieferungsform: Partitur

Beschreibung:

Querformat: ca. 22 x 30 cm, Titels. + 2 S., Provenienz: Kungliga Musikaliska Akademien, Stockholm

Quellennachweise:

RISM Online ID no. 190011502

Literatur

keine

Erstellt von: Yuliya Shein
Zitierhinweis: Christoph Willibald Gluck. Sämtliche Werke, GluckWV-online, URI: https://www.gluck-gesamtausgabe.de/id/230 (26.01.2023)

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